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Nachlese vom Seminar für Vereinsrecht und Buchführung am 8. u. 9.3.2008
Am 08. und 09. März trafen sich LTN- Mitglieder aus einigen Vereinen aus Niedersachsen und Berlin zum Seminar „Vereinsrecht – Gemeinnützigkeit – Buchführung“ in der Jugendherberge in Rotenburg/ Wümme. Ob von den Vereinen gesandt oder aus elementarem Eigeninteresse, alle wollten es mit dem „Recht“ recht genau wissen.
So ging es dann auch nach ersten organisatorischen Klärungen zur Sache. Unser lieber Wilfried (Wilfried Dubiel, 1. Vorsitzender des LTN) begann dann gleich, nachdem er die Unbilden des Laptop und des Beamer gemeistert hatte, mit dem Thema Vereinsrecht.
Hier ging es von der Vereinsgründung bis zur Kassenprüfung durch alle Instanzen eines Vereins. Und hier sind nach rein subjektiver Beurteilung wohl zwei Dinge hervorzuheben: Wenn sich eine Interessengemeinschaft zusammenfindet und dies nachhaltig fortsetzen will, ist eine Vereinsgründung unabdingbar. Denn bei einer „losen“ Interessengemeinschaft haftet bei Veranstaltungen oder Vergleichbaren Dingen jeder mit seinem kompletten Privatvermögen. Und zum Zweiten ist zum Erstaunen aller Seminarteilnehmer der Kassenprüfer rechtlich und verantwortlich einer der wichtigsten Posten in einem Verein. Betrachtet man hier die Pflichten, den Aufgabenbereich und den Anspruch der Qualifikation, prüft der Kassenprüfer nicht nur Quittung gegen Buchung, sondern auch die Einhaltung der gesetzlichen Buchführungsvorschriften (z. B. Grundsatz der Klarheit und Übersichtlichkeit, Grundsatz der Vollständigkeit, usw.), die Überprüfung des Inventars, Einhaltung der steuerlichen Vorschriften, satzungsmäßige Anwendung der Mittel (z. B. keine Verstöße gegen das Gemeinnützigkeitsrecht). Und dies sind nur einige Schlagworte zum Thema Kassenprüfer. Also: Kassenprüfer ist ein verantwortungs- und anspruchsvolles Ehrenamt.
An Hand einiger anschaulicher Beispiele hat Wilfried dann die Problematik und die wichtigen Details dargstellt und immer mit einem Augenzwinkern interessant rüber gebracht. Von trockenem Stoff und Langeweile war weit und breit nichts zu entdecken.
Nach einer kurzen Pause für alle und insbesondere für die Raucher, denn die Raucher sind sehr tolerante Mitmenschen solange der Nikotinhaushalt nicht verwirrt wird, ging es mit dem Thema Gemeinnützigkeit weiter. Auch hier wurden Begrifflichkeiten, notwendige Voraussetzungen und gesetzliche Vorgaben erklärt, erörtert und allen transparent veranschaulicht.
Es sind ganz besonders die von Wilfried vorbereiteten Beispiele zu nennen. Vereine wie „Superhochhopser“ oder „Winkelrutzinderhose“ zeigen mit Ihren ganz „konkreten“ Vorkommnissen, so wie sie in den Vereinen auch tatsächlich vorkommen, die zum Teil fließenden Übergänge von legalen Vorfällen, über verdeckte Gewinnausschüttungen bis zu unverhältnismäßigen Aufwandsentschädigung, viele Facetten zum Thema Gemeinnützigkeit.
Zusammenfassend sind die wichtigsten Vorteile einer Gemeinnützigkeit, dass der Verein Zuwendungsbescheinigungen (Spendenquittungen) ausfüllen und damit aktiv Spenden einwerben kann, für den Bereich der Vermögensverwaltung und Zweckbetriebe keine Körperschaftsteuer oder Gewerbesteuer erhoben wird und die Umsatzsteuer auf den halben Steuersatz beschränkt ist, sofern sie überhaupt zu entrichten ist. Auch Zuschüsse aus öffentlichen Kassen, so etwas soll es tatsächlich noch geben oder gegeben haben, fließen gegebenenfalls leichter, insbesondere der LTN unterstützt z.B. mit Zuschüssen für Musikinstrumente laut Satzung nur Vereine mit dem Prädikat der Gemeinnützigkeit.
Am Abend wurde es dann gemütlich. Jeder hatte was zum Gelingen des Abends, unter anderem zur körperlichen Stärkung, mitgebracht. Besonders ist hier die liebe Ute (Ute Brocke, stellv. Vorsitzende des LTN) zu nennen. Sie hat sich rührend um das ganze Drumherum gekümmert. Von der Zimmerverteilung, über die organisatorischen Dinge mit der Jugendherberge bis zur Gestaltung des Abends war Ute der gute Geist des Seminars. Es sei hier noch einmal recht herzlich für ihr Engagement gedankt. Was es dann zum gemütlichen Zusammensein am Abend noch so berichten gibt, sollte bei den Teilnehmern direkt erfragt werden. Es war aber, soviel darf wohl verraten werden, ein sehr interessanter und wie so oft eine sehr schönes Beisammensein.
Am Sonntag ging es dann in den Endspurt. Das „lustigste“ Thema kam zu Schluß: Buchführung im Verein. Aber Wilfried hatte gut geruht und hatte wie gewohnt das trockne Thema interessant rübergebracht. Auch hier ging es erst einmal um die Begrifflichkeiten und deren Verständnis.
Themen wie Ideeller Bereich, Zweckbetrieb und wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb wurden beleuchtet und im einzelnen dargestellt. Konkrete Beispiele aus dem Vereinsleben veranschaulichten dann die Zusammenhänge und die Zuordnung zu den einzelnen Bereichen bis hin zu den Buchungskonten.
Alles in allem war dieses Seminar eine runde und gelungene Veranstaltung und jedem zu empfehlen, der sich im Verein im Vorstand betätigen will oder auch schon betätigt. Es kam auch bei den „alten“ Hasen, die schon viele Jahre Vorstandsarbeit leisten, öfter der Aha-Effekt. Es steckt halt doch sehr viele mehr hinter einer Vorstandsarbeit als man im Allgemeinen annimmt. Und im Zweifel hat „Wissen um das Wie und das Warum“ noch nie geschadet.
Heiko Klee (Original Scheeßeler Trachtengruppe)







Fotos: Wilfried Dubiel
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