Tag der Niedersachsen in 
Melle 2006

Pressenachlese

Meller Kreisblatt - 17.7.2006

Kostbare Trachten, Oldtimer und viel Spaß

fr Melle. Traditionell steht der Sonntag des Landesfestes ganz im Zeichen der Trachten aus allen Regionen Niedersachsens. Den krönenden Abschluss bildete gestern Nachmittag der große Trachten- und Festumzug mit 120 Gruppen und 2500 Teilnehmern, darunter viele junge Leute.

Fast zwei Stunden lang bewegten sich die Volkstanz- und Trachtengruppen, Spielmannszüge und Vereinsabordnungen durch die Meller Innenstadt. Vier berittene Beamte der Polizei-Reiterstaffel aus Hannover und vier ihrer Kollegen auf BMW-Krädern führten den Zug an. Wilfried Dubiel, Vorsitzender des Landestrachtenverbandes, kommentierte von der Bühne am Rathaus aus sachkundig das Geschehen, während rund 50000 Schaulustige entlang der Strecke das farbenfrohe Spektakel verfolgten.
 
Auch während des Umzuges stand der Spaß im Vordergrund: Immer wieder machten die Teilnehmer in ihren aufwändigen Kostümen die Welle und animierten die Zuschauerreihen zum begeisterten Mitmachen.
„Wir kommen aus Scheeßel bei Bremen, aber haben zu Hause unser Schild vergessen“, kündigte ein fröhlicher Trachtenträger seine Gruppe an und erntete für die kleine Panne kräftigen Beifall. Auch kurze Stockungen im Zug wurden munter überbrückt: Gruppen wie die aus Neudersum legten kleine Tänzchen ein, die Männer erzählten mit lauter Stimme Dönekens auf Platt und die Musikgruppen nutzten die kurzen Aufenthalte zu Platzkonzerten.

„Bei Trachten denken immer alle an Bayern, aber wir in Niedersachsen besitzen die größte Trachtenvielfalt“, informierte Dubiel die Zuhörer. Jede Region präsentiere daher eigene Trachten als „historisches Kulturgut unserer Vorfahren“. Gezeigt wurden unter anderem Kostüme aus dem Artland, a u s S c h a umburg, Braunschweig, Emsland, Ammerland, Elbmarsch, Lüneburger Heide, Harz und Ostfriesland. Als besonders wertvoll hob der Fachmann die Bückeburger Trachten hervor.
Aufgelockert wurde der Zug von Gruppen wie den Tauziehern aus Hoyel oder dem Figurentheater aus Northeim: Phantasiegestalten aus dessen „Theater der Nacht“ riefen Beifallsstürme hervor. Aber auch schön dekorierte Einzelpersonen warben für ihr Anliegen. So die Hagener Kirschkönigin, der Rattenfänger aus Hameln oder die Wolfsfigur aus Wolfsburg. Außerdem fuhren weltweit einmalige Raritäten aus dem Automuseum Melle mit, deren Lenker sich mit der Kleidung dem Baujahr ihres Fahrzeugs angepasst hatten.

Meller Kreisblatt - 17.7.2006

Tolle Bühnenshow mit Tänzern, Tieren und Trachten
 

Melle. Ob edle Vögel erhaben auf die Menge blickten, feine Trachten an Traditionen erinnerten oder kleine Fabelwesen den Bogen zurZukunft schlugen: Fantasievoll, unterhaltsam und farbenfroh war das voll gepacktes Showprogramm auf den Bühnen.

Nicht immer machten die Meller die Welle auf der Bühne, aber in Bewegung waren die unzähligen Vereine und Gruppen permanent. Nur 15 Minuten lagen zwischen manchen Auftritten. Nicht nur auf der Bühne der Stadt am Rathaus zeigten die Meller Vereine und Gruppen ihre sangesstarken Seite und instrumentale Vielfalt. Ob Posaunenklang, afrikanische Trommelwirbel, aufrüttelnde Gospellieder, bekannte Shanty-Songs oder schneller Stepptanz, während des längeren Programms der Wilden Rose: Es wurde vor der zweiten Stadt-Bühne im Grönegaupark mitgeklatscht und gesungen.

Informativ waren die Erklärungen der Moderatoren, die trotz Dauersonne mit klugen Fragen, Witzchen oder kleinen Seitenhieben müde Geister auf den Bänken wieder weckten. Viel Platz zur Präsentation wurde den Trachtenvereinen eingeräumt. Auf zwei Bühnen aber auch am Rathaus wurden alte Bauerntrachten und norddeutsche Reigen und Paartränze präsentiert. So erklärte die Trachtengruppe Grönegau dem Moderator Jörg Oberwestberg den Haubenunterschied - die katholischen Kopfbedeckung war wie das gesamte Sonntagskostüm, das spätestens um 1950 ausgedient hatte, üppiger. Alte Hauben machten Platz für junge Hüpfer: Wenig später sangen an derselben Stelle quietschvergnügte verkleidete Kids der Kindergärten. Das anfängliche Lampenfieber war verflogen, nicht zuletzt weil Mama und Papa stolz zuschauten.

Ausschließlich was auf die Ohren gab es beim Landesmusikrat. Hier schmetterten sechs Meller Gesangvereine Evergreens und Volkslieder.

Ein harmonisches und viel beachtetes Dreiergespann bildeten die Jäger, Jagdhornbläser und Falkner. Sie schwitzten mit den Greifvögeln, die völlig still und stoisch auf der Hand ihres Besitzers saßen, um die Wette. Über Einsatz und Haltung von Jagdhunden informierte Wilhelm Kollmeyer. Einen tiefen Blick in die hübschen Augen von Uhumännchen, Habicht und Adler konnten die Besucher auch am Stand im Grönegaupark werfen, anfassen durften die wissbegierigen jungen Besucher dann aber nur das Frettchen des Falkners Kai-Helge Brandhorst.

 

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