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Trachtenmarkt in Greding war wieder ein voller Erfolg
Reisebericht von J.H.A.Michael Kablitz
Für alle Trachten- und Volkstanzliebhaber gehören immer auch feste Termine im Jahr, die man erlebt haben muss, um zufrieden den Rückblick starten zu können. Neben dem Tag der Niedersachsen und dem Landestrachtenfest gehört mittlerweile für viele auch der Trachtenmarkt in Greding dazu. Im Altmühltal gelegen prangt diese Perle süddeutscher Kleinstädte. Direkt von der A9 zwischen Nürnberg und München sehr gut zu erreichen, ist es nur ein kleines Übel, da wir immer erst 100 km reisen müssen, um überhaupt eine Autobahn zu erreichen.
Und dennoch reisen wir jedes Jahr mit viel Aufregung, Freude und vor allem mehr und mehr Gepäck nach Mittelfranken. Der LTN ist dort schon seit vielen Jahren mit einem Stand fester Bestandteil geworden. Der Markt fällt immer auf das Septemberwochenende mit dem 1. Sonntag. Also war es der 06. + 07.09.2008. Die über 100 Aussteller präsentieren neue Stoffe, Knöpfe, Schuhe - eben alles, was man benötigt, um stets gut gekleidet zu sein. Aber auch Stände mit Antiquitäten, historischen Werkzeugen zeigen, was noch möglich ist oder nur noch ein Bedauern über das Verschwinden hervorruft. Reine Info-Stände sind auch vertr
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eten. Gerade in Süddeutschland gibt es ja viele Organisationen, die sich für Brauchtumspflege und Tracht einsetzen.
Nachdem die ganzen Vorbereitungen also wieder einmal abgeschlossen waren, ging es am Freitag Vormittag auf die Reise. Nach und nach sammelten wir uns gegenseitig ein, das Gepäck gut verstaut. Eigentlich hätte ja jemand zu Hause bleiben müssen, weil der Ladeplatz natürlich eigentlich nicht ausreichte. Doch wir stopften und packten passgenau, damit jeder mitreisen konnte. Gewöhnlich gibt es unterwegs noch 2-3 Zwischenstopps für die Raucher und die “Wanderer”. Diesmal gab es auf der Hinreise natürlich nur 1 Frühstücksstopp und 1 kurzen Raucherstopp. Die Aufregung war viel zu groß, all die Bekannten in Greding wieder zu sehen.
So erreichten wir am frühen Nachmittag die niedliche Kleinstadt Greding. Und da waren sie auch schon, die ersten bekannten Gesichter lachten uns entgegen, den Gruß auf den Lippen. Wir mussten aber erst die Unterkunft aufsuchen, um die vielen Koffer aus dem Wagen zu kriegen, anschleifend wollten wir ja den Stand noch aufbauen. Das alles lief reibungslos, dass wir einen frühen Feierabend hatten. Die gutbürgerliche Küche und das frisch Gezapfte hatte nun auch lange genug auf uns warten müssen. Auch Wolfgang und Marianne Haupt waren schon da, Jürgen Sturma und Georg Nierhoff kamen erst am späten Abend dazu.
So konnte der Markt am Samstag beginnen. Alle Norddeutschen sammelten sich zusammen und schmückten den Stand am Markt aus. Das Thema „Volksfest“ war in diesem Jahr Programm. Sogar ein Kinderkarussell hatte der Markt zu bieten. Musik an allen Ecken und ein Wetter zum Helden.... An unserem Stand stellten wir verschiedene historische Motive von Märkten, alten Gehöften und Festen aus. Dazu das schöne Bildmaterial unserer norddeutschen Trachtenträgerinnen. Klappkarten zum Bestaunen zierten die Vitrine und Wolfgang hatte seine Wanderstöcke dabei. Von Johann Hastedt aus Scheeßel boten wir auch bemalte und schlichte Spanschachteln an. Dabei ging aber das Info-Material des LTN nicht unter. Für Spezialfragen hatten wir noch Fachliteratur dabei, um genügend Auskünfte geben zu können. Dabei entstanden wieder viel interessante Gespräche, die auch gerne in den hinteren Teil des Standes verlegt wurden. Dort haben wir schon einige Jahre als einzige die Erlaubnis, den Stand auszudehnen. Schliesslich wollen die Gäste auch gut versorgt sein. Eine Ruhezone mit Tisch und Stühlen, Getränken und Verpflegung bildet dort einen schönen Treffpunkt, um sich auszutauschen.
Auch Gäste aus Winsen/Luhe und dem Schaumburger Land wurden an diesem Tag gesichtet und begrüsst. Meist weiss man ja schon im Vorfeld, wer von uns mit nach Greding kommt. Um so schöner, dass wohl immer mehr den Reiz dieses Marktes selbst erleben wollen. Ein Blick in das glückliche Lächeln zeigte uns schnell, wie zufrieden alle waren. Am Abend beginnt nach Marktschluss das berühmte “Rumlumpen”. Mehrere Kapellen ziehen über den Marktplatz in die verschiedenen Lokale, um ordentlich auf zu spielen. Besonderes Gastland war das Elsass. Die zugehörige Kapelle machte wirklich gute Musik.
Diese Nacht ist immer kurz, da ist der Sonntag schon viel zu früh wieder „Arbeitstag“. Der Kirchgang eröffnet den Tag, bevor das Marktreiben mit tausenden Besuchern seinen Lauf nimmt. Und so bietet auch dieser Tag wieder viele Gelegenheiten zum Staunen über die schönen Trachten an jeder Stelle. Immer wieder lernen wir dort neue Trachtenregionen kennen und können Besonderheiten ausmachen.
Leider gehen diese 2 Markttage auch zu schnell vorüber. Obwohl man wirklich geschafft ist, überwiegt das Bedauern, wieder scheiden zu müssen. Doch es hilft nicht, am Montag wird wieder alles verstaut und die Rückreise beginnt. Als kulturellen Anlaufpunkt der Rückreise hatten wir dieses mal einen pensionierten Weber im Blick, der in der Gegend um Bayreuth zur Zeit seine Weberei auflöst. Mit Interesse an einem breiten Webstuhl fuhren wir über Berg und Tal, grüne Wiesen und viele Kurven. Das Ehepaar Beck begrüsste uns auf das Herzlichste und nach einem Wilkommensgetränk und einer kleinen Gesprächsrunde besichtigten wir die zum Verkauf stehenden Geräte. Die dortige Gegend war bekannt für die Hausweberei. Fast jeder Haushalt webte noch bis vor wenigen Jahren für grosse Textilverlage. Doch der Druck auf Preis und Menge ließ diese Kultur aussterben. Zwar gibt es noch einen grossen Tuchfabrikanten dort und auch noch wenige Webereien mit mehreren Webstühlen, doch wird der Markt schon lange von China und Fernost beherrscht. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge machten wir uns dann auf den Weg, unsere Heimat zu erreichen. Am späten Abend waren wir dann alle wieder auf unseren Höfen und packten schnell die letzten Sachen aus um endlich das wohlverdiente Sofa zu pflegen.
Als kleinen Tipp möchten wir noch einfügen: Wer Interesse hat, den Markt in Greding zu besuchen, sollte sich Zeit mitbringen. Und eine rechtzeitige Buchung der Unterkunft ist unerlässlich. Zwar kann man wohl mit Glück noch Betten kurzfristig finden, aber diese liegen meist ausserhalb von Greding. Bei der Vermittlung und anderen Fragen helfen wir gerne weiter. Meldet Euch einfach bei uns, dann findet sich bestimmt ein guter Weg, Greding im nächsten Jahr zu besuchen.
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